12.02.2018 - Zehn Jahre im Dienst der Meerforelle

Am 11. November lud der Verein „Salmoniden- und Gewässerschutz MV" e.V. Gäste zum Treffen. Die umfangreiche Arbeit für Meerforellen währt nun zehn Jahre. Besonderes Highlight – die Aktie für den guten Zweck.
Es knisterte im Raum, als die Meerforellen-Aktie Nummer 1 versteigert wurde. Minutenlang ging es zur Sache – flogen die Angebote. Pokerface bei Interessenten - jeder hoffte auf den Zuschlag. Torsten Ode, Fachmann der ersten Stunde, Angler, Naturfreund, machte das Rennen. 300 Euro war ihm die Aktie wert, jetzt schmückt sie sein Umweltbüro.

Arbeit für die edlen Fische
Unser Augenmerk gilt dem Erhalt und Ausbau der Bestände der Bach- und Meerforellen in MV. Für den Natur- und Gewässerschutz kommen wir hier zusammen – Angler, ehrenamtliche Fischereiaufseher, Fischereibiologen, Planungsingenieure. Unser Verein berät und unterstützt Landwirte, Behörden und öffentliche Einrichtungen in Fragen naturverträglicher und nachhaltiger Nutzung der Gewässer und anliegender Flächen. Seit Vereinsgründung im Jahr 2008 verzeichnen wir an ausgewählten Gewässern unseres Landes die Bestände. Erstmals an der Beke Landkreis Rostock. Seitdem zählen wir Jahr für Jahr Meerforellen und ihre Laichbetten in rund 20 Gewässern und werten die Ergebnisse aus. Nach nun 10 Jahren haben wir einen großen Überblick und können Aussagen über Rückkehr und Wiederansiedlung treffen. Seit 2008 kartierten wir über 1000 km Bäche und Flüsse, erhoben Daten von über 40 Gewässern. Oft erfordern veränderte Laichzeitpunkte und schwankende Wasserstände, Gewässer mehrfach zu begehen.

Die gewichtige Meerforelle

Dieser sensible Fisch gilt als Bioindikator für den ökologischen Zustand eines ganzen Gewässersystems kiesgeprägter Bäche und Flüsse der norddeutschen Tiefebene. Er zieht geradezu andere Tiere hinter sich her. Geht es der anspruchsvollen Meerforelle gut, profitieren auch Kieslaichender wie Fluss -und Bachneunaugen, Elritzen oder Schmerlen davon. Selbst Bachmuschel, Eisvogel, Wasseramsel, selbst Säugetiere wie Fischotter fühlen sich dann wohl. Kiesige Strukturen allein reichen nicht aus, um ein produktives Laichgewässer zu sein. Viele Unterstände und Verstecke sind in diesen flachen Gewässerabschnitten erforderlich, bieten den Meerforellen Rückzugsräume in der Laichzeit. Flüsse in alte Flussbetten zurückführen, Uferbewuchs anpflanzen, Kiesbetten freilegen oder neue schaffen, diese Maßnahmen ermöglichen Forellen Aufstieg und Fortpflanzung. So kommen die noch seltenen schönen Meer- und Bachforellen gern zu uns zurück.

Beeindruckender Abschluss mit unseren neuen Mitgliedern und Gästen zogen wir an die Warnow, suchten und fanden Laichgruben im Flussbett. Anhand der Grubengröße sahen die alten Hasen, wie viele Meerforellen da leben und wie groß die Tiere sind. Große Freude brach aus, als wir tatsächlich viele Meerforellen in ihrer zukünftigen Kinderstube entdecken durften.

Hilfe durch die Meerforellen-Aktie
Für die beschriebenen Arbeiten benötigen wir finanzielle Mittel. Nicht alles können unsere besessenen, selbstlosen Mitglieder selber tragen. Die Aktie ist über den Online-Shop des Landesanglerverbandes zu erwerben oder direkt beim Verein.
 
Holger Jonas, Vorsitzender SGV M-V

 

03.02.2018 - Meerforellen Laichfisch Markierungen gestartet – Ihre Unterstützung wird benötigt

Im Rahmen des durch die Fischereiabgabe Schleswig-Holstein finanzierten Projektes zur Optimierung des Meerforellen Managements in Schleswig-Holstein, ist Anfang November die Markierung von aufsteigenden Meerforellen durch Wissenschaftler vom GEOMAR gestartet worden. In Kooperation mit der Fischbrutanstalt Altmühlendorf und dem Verband der Binnenfischer und Teichwirte werden im wöchentlichen Rhythmus mittels Elektrofischerei gefangene Tiere durch gelbe Plastikstreifen-Tags, sogenannte „T-bar Tags", im Rückenflossenbereich gekennzeichnet. Schwerpunkt bilden dabei zwei in die Ostsee mündende Bäche. Der eine entwässert in die Hohwachter und der andere in die Geltinger Bucht. Diese Markierung dient der individuellen Wiedererkennung der Meerforellen.

Im Süßwasser soll somit die Verweildauer, die räumliche Verteilung und die Reifegradveränderung erforscht werden. Die wöchentliche Markierung ermöglicht zudem eine Abschätzung der Gesamtanzahl an aufsteigenden Laichfischen und deren Geschlechterverhältnis. Da es sich bei Meerforelle um mehrfach laichende Fische handelt, kann durch diese Markierung, bei gegebenem Wiederfang im nächsten Jahr, auch eine Rückkehrrate bestimmt werden. Nach Abschluss des Laichvorganges wird ein Großteil der markierten Fische den Bach wieder verlassen und in die Ostsee zurückkehren. Wohin sich die Fische in der Ostsee dann verteilen (wo sind ihre Fressgebiete?), ist bislang nahezu unbekannt. Daher ist ein weiteres Projektziel, mehr Informationen über die anschließende Verteilung der Meerforellen in der Ostsee zu sammeln. Wir benötigen daher Ihre Unterstützung, sollten Sie markierte Individuen in der Ostsee gefangen haben. Bitte kontaktieren Sie uns, und helfen Sie dabei, das Meerforellen-Management in Schleswig-Holstein durch mehr Kenntnisse über unsere Fischpopulationen zu verbessern und zu vertiefen. Auf den T-bar Tags ist sowohl eine individuelle Fischnummer, als auch unsere Kontakttelefonnummer 0431 6004567 und Emailadresse (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) abgedruckt.

Insbesondere benötigen wir die individuelle Fischnummer (vierstellig), den Fangort (Geographische Position) und das Fangdatum. Idealerweise dazu noch eine Angabe über die Fischlänge (Totallänge von der Schnauze bis zur Schwanzspitze) und ggf. Gewicht (Nassgewicht ungeschlachtet). Sollten Sie uns nicht direkt kontaktieren können, gibt es auch eine schnelle Alternative: Im Idealfall also die Marke mit dem Handy fotografieren, Länge, Gewicht und Fangort dazu und einfach per MMS / SMS an die Nummer +49 (0)173 8041524 schicken. Wie danken Ihnen für Ihre Rückmeldungen.
Kontakt: Dr. Christoph Petereit, GEOMAR, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Düsternbrooker Weg 20 24105 Kiel; 0431 6004567; 0173 8041524; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

04.01.2018 - Renaturierung Boize


Die Boize entspringt westlich von Seedorf in Schleswig-Holstein und mündet bei Boizenburg in die Elbe. Dieser Bach hat unter den Eingriffen der Vergangenheit besonders gelitten, da er fast auf ganzer Länge ausgebaut, begradigt und am Gewässerrand zum Teil entbaumt wurde. Hinzu kommen noch einige Querbauwerke, die noch nicht alle entfernt oder durchgängig sind. Ab etwa Mitte Mai jeden Jahres ist die Boize praktisch mit Wasserpflanzen zugewachsen, was wieder Folgen für den Wasserablauf hat. Gleich unterhalb der A24 wurde die Boize Anfang des neuen Jahrtausends renaturiert und im Unterlauf gab es auch einige Laufkorrekturen. Nur ein ca. 300m Abschnitt im ehemaligen Schlossparkes Gresse ist naturnah. Im Anschluss dieses Abschnittes wird nun seit 2017 der Bach für ca. 500m neu trassiert, der sich bis zum Wehr (mit Fischtreppe) bei Heide erstreckt. Der ehemalige begradigte Lauf wurde zugeschüttet. Die Arbeiten sind gegenwärtig noch nicht abgeschlossen. 

 

06.01.2018 - Fisch des Jahres: Der Stichling

Der Dreistachlige Stichling ist Fisch des Jahres 2018. Gewählt wurde er vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV) gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST). Mit dem Dreistachligen Stichling (Gasterosteus aculeatus) fällt die Wahl auf eine besondere Kleinfischart, die vor allem aufgrund ihres charakteristischen Aussehens und einzigartigen Brutverhaltens zu den bekanntesten heimischen Fischarten gehört. Der Dreistachlige Stichling ist eine von vielen Fischarten, die ein außergewöhnliches Laichverhalten zeigen. Auch jährliche Laichwanderungen gehören dazu.Mit der Wahl zum Fisch des Jahres wollen DAFV, BfN und VDST zeigen, dass auch Kleinfischarten wie der Dreistachlige Stichling besondere Aufmerksamkeit verdienen. Sie wollen deutlich machen, dass sich hinter Fischarten wie dem Dreistachligen Stichling einzigartige Lebens- und Verhaltensweisen verbergen und damit den Blick für die vielen Besonderheiten unserer heimischen Fischfauna schärfen.
Hintergrund:
Mit einer durchschnittlichen Gesamtlänge von fünf bis acht Zentimetern gehört der Dreistachlige Stichling zu den kleinsten heimischen Süßwasserfischen. Seine Verbreitung reicht von den küstennahen Gewässern bis in den alpinen Raum. Es wird zwischen einer stationären Süßwasserform und einer wandernden Form unterschieden, die jährlich aus ihren marinen küstennahen Lebensräumen zum Laichen in die Unterläufe der Flüsse zieht. Im Salzwasser halten sich Dreistachlige Stichlinge insbesondere im Schutz ufernaher Unterwasserpflanzen auf. In den Binnengewässern werden pflanzenreiche Flachwasserzonen in Seen bzw. langsame fließende sommerwarme Fließgewässer bevorzugt. Der als Schwarmfisch lebende Stichling verändert sein Verhalten zur Laichzeit grundlegend. Die Männchen suchen dann im ufernahen Flachwasser Brutreviere und verteidigen sie vehement gegenüber Artgenossen. Auch das Erscheinungsbild ändert sich. Die Brust färbt sich rot, der Rücken blaugrün und die Augen funkeln silberblau. Mit diesem „Hochzeitskleid" signalisieren sie den Weibchen ihre Fruchtbarkeit. Innerhalb kurzer Zeit baut das Männchen aus Pflanzen- und Algenmaterial ein Nest auf dem Gewässerboden. Nähert sich nach vollendetem Nestbau ein laichbereites Weibchen lockt das Männchen es mit ruckartigen Bewegungen, dem so genannten „Zick-Zack-Tanz", ins Nest, wo es zur Eiablage kommt. Nach Verlassen des Nestes folgt das Männchen und befruchtet die Eier. Anschließend verlässt das Weibchen das Revier und das Männchen übernimmt die Brutpflege. Mehrere Wochen beschützt das Männchen die Jungfische, bis mit zunehmender Größe der Jungfische der Pflegetrieb des Männchens langsam erlischt, und es seine auffälligen Körperfärbungen wieder verliert. Das auffällige Balzverhalten des Stichlingmännchens mit den nachfolgenden Instinktbewegungen von Männchen und Weibchen haben den Stichling zu einem einzigartigen Untersuchungsobjekt für die Verhaltensbiologie gemacht.

(Quelle: www.dafv.de; Foto: Herbert Frei)