11.05. 2019 - Vereinsjubiläum

Heute trafen sich ein Großteil der Vereinsmitglieder zum 3-fach Jubiläum: zum 10 -jährigen Bestehen unseres Vereines, 10 Jahre Laichkartierung und anlässlich des Gewinnes des Umweltpreises. Die Feier fand in Hohen Sprenz beim Fischer W. Loch statt.  Es begann mit einer offiziellen Grußrede des Vorsitzenden H. Jonas, wo er nochmal die Anfänge des Vereines und die Höhepunkte eines jeden Jahres herausstellte. Der Landesanglerverband von Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch Herrn Promer, dankte anschließend dem Verein für seine Engagement und überreichte einen Betrag aus der Meerforellenaktie. Nach dem offiziellen Teil wurde geplaudert, geangelt, Boot gefahren und reichlich gegessen. Es gab später auch noch eine Jonglage - Vorführung und ein Castingzielwerfen. Hier die Bilder:

  

    

  

 

 05.04.2019 - Kleine Meerforellenbrütlinge besetzt

Am 5. April war der Fischerhof am Hohen Sprenzer See der Ausgangspunkt für besonderen Tag. Seit vielen Monaten planten wir einen Meerforellenbesatz.  Nach dem Neubau von weiteren Fischtreppen, erfolgreichen Renaturierungsmaßnahmen, Baumanpflanzungen, Gewässerpflegemaßnahmen, Befischungen und Laichkartierungen, hat unser Verein einen umfassenden Überblick wie es um unsere Betreuungsgewässer steht. Da punktuell wirklich großartiges entstanden ist, bzw. wieder naturnahe Refugialräume durch Fischtreppen miteinander verbunden wurden, haben wir uns gemeinsam Gedanken gemacht, wo ein Besatz mit kleinen Meerforellen erfolgsversprechend sein kann. Nach dem katastrophalen Dürrejahr 2018 haben wir beschlossen 10.000 Meerforellenbrütlinge in den Bächen der Insel Rügen auszusetzen. Denn einige Bachabschnitte waren durch wochenlang ausbleibende Niederschläge nahezu ausgetrocknet! Wir gehen davon aus, dass nach einem Totalausfall des Laichgeschäftes sowie der letztjährigen Brut, sich in diesen kleinen Fließen wieder Meerforellen etablieren können. Eine andere Situation beobachteten wir im Oberlauf des Wallensteingrabens. Obwohl der kleine Fluss oberhalb des Lostener Sees hervorragende Laichbedingungen aufweist, hatte noch keine einzige Forelle in diesem Bereich gelaicht. Trotz Rückbau des unterhalb liegenden Wehres und des Aalfanges am Lostener See, entwickelte sich unterhalb des Sees eine gute Forellenpopulation. Sollte der 60ha große See wirklich ein Wanderungshindernis sein? Um dieses Rätsel zu lösen, planten wir also hier erstmalig eine Besatzmaßnahme mit 5000 Brütlingen durchgeführt werden.

  Bach auf Rügen                             Wallensteingraben  

Bei schönstem Frühlingswetter auf dem Fischerhof angekommen, empfing uns der stets gut aufgelegte und hilfsbereite Fischer Werner Loch mit einem breiten Grinsen in seiner Brutanlage. Sofort waren wir in unserem Element, Werner zeigte, erklärte sein Heiligtum und Holger und ich staunten über so viel Fachkompetenz und seine Geschicklichkeit diese Fischlarven so prächtig gedeihen zu lassen. All unsere Fragen wurden geduldig beantwortet und ganz nebenbei zeigte er uns die kleinen Meerforellenbrütlinge. In einem kleinen abgedeckten Becken wuselten tausende Fischlarven. Kaum vorstellbar das diese kleinen Kreaturen sich in gerade einmal 4 Jahren zur einem der prächtigsten Fische in unserem Gewässern entwickeln können. Die Meerforelle kann in diesem Zeitraum bereits mehrere Kilogramm wiegen und über 80cm groß sein. Auch deshalb gaben wir uns die größte Mühe diese Winzlinge vorsichtig in große sauerstoffgefüllte Plastikbeutel zu verpacken. Danach trennten sich unsere Wege, Holger fuhr ostwärts nach Stralsund, um dort die Fischlarven an Torsten Schultze zu übergeben. Als Kenner aller Bäche der Insel Rügen und stellvertretender Vorsitzender unseres Vereins, lies er sich es nicht nehmen diese Besatzmaßnahme selber durchzuführen. Ich fuhr westwärts an den Wallensteingraben bei Hohen Viecheln, um dort die Winzlinge in die Freiheit zu entlassen. Spätestens im Herbst werden wir an die Besatzorte zurückkehren und kontrollieren, ob  bzw. wie viele Meerforellenbrütlinge zu stattlichen Jungforellen herangewachsen sind. Diese Kontrollen im Zusammenspiel mit den jährlichen Laichkartierungen rechtfertigen aus unserer Sicht derartige Besatzmaßnahmen. Dies ist die Philosophie unseres Vereins Salmoniden- und Gewässerschutz MV e.V., denn wir möchten unbedingt wissen, was wir tun, um immer mehr Erfahrungen im Umgang mit sensibelsten Lebensräumen zu sammeln. Nur mit diesen Erkenntnissen und allen anderen Aktivitäten, können wir weitere Verbesserungen für unsere Gewässer erreichen.  

 

09.03.2019 - Mitgliederversammlung

Unsere Mitglieder trafen sich wieder zur jährlichen Mitgliederversammlung im Wildpark in Güstrow. Zunächst referierte unser Mitglied S. Carle zum Thema: Verbreitungsanalyse der Atlantischen Forelle (Salmo trutta, L. 1758) in den Fließgewässern in MV. Er führte aus, dass die atlantische Forelle nur nördlich des Äquators vorkommt. In weiteren 24 Ländern außerhalb Europas ist die Atlantische Forelle angesiedelt. In Deutschland sind 25 unterschiedliche Stämme nachgewiesen. Für seine Erhebungen in Mecklenburg-Vorpommern hat er 486 Fließgewässer untersucht. Für die Verbreitung von Salmo trutta hat er verschiedenste Quellen ausgewertet. Neben wissenschaftlichen Datenbanken wie z.B. Multibase, recherchierte er auch Bestände aus eigenen Fängen, Sichtungen, Begehungen, Beobachtungen und Informationen von Bekannten. Im Ergebnis seiner Recherche entwickelte er eine Landkarte von MV als Verbreitungskarte. Hier differenzierte er zwischen Bachforellengewässer, z.B. Ostpeene, Goldbach und Meerforellengewässer, die meist küstennah der Ostsee münden. z.B. Barthe, Panzower Bach. Dazu gehören auch die sogenannten "Transitgewässer", die von den Meerforellen durchschwommen werden, um zu den Laichbächen zu gelangen. Das sind z.B. die größeren Fließgewässer wie Peene oder Recknitz. Die meisten Gewässer sind jedoch „Mischgewässer“, wo beide Formen von Salmo trutta vorkommen z.B. Ücker oder Stepenitz. Laut der Recherche von S. Carle sind mindestens 150 Gewässer mit Forellenvorkommen in Mecklenburg-Vorpommern vorhanden. Die Tendenz der Bestände ist steigend.

Nach dem Rechenschaftsbericht, dem Revisionsbericht und der Entlastung des Vorstandes wurden die Vereinstermine für 2019 diskutiert und festgelegt. Zum Abschluss der Versammlung wurde noch einmal kritisch auf das Fischsterben im Hellbach eingegangen und diskutiert. Weiterhin diskutierten wir welche Projekte wir mit dem Gewinn des gewonnenen Umweltpreises verfolgen wollen.

 

20.01.2019Fisch des Jahres 2019 

 

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) wird Fisch des Jahres 2019. Mit der Wahl dieser in Deutschland vom Aussterben bedrohten Fischart machen der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) darauf aufmerksam, dass für den Schutz, die Erhaltung und die erfolgreiche Wiederansiedlung der Lachse passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate dringend wiederhergestellt werden müssen. "Der Lachs ist ein anspruchsvoller Wanderfisch, der unverbaute und saubere Flüsse und Bäche braucht, um vom Meer, seinem Hauptlebensraum, in seine Laichgebiete zu kommen und sich dort erfolgreich fortpflanzen zu können. Damit der Fisch des Jahres bald wieder in größerer Anzahl durch Flüsse wie den Rhein schwimmen kann, müssen wir die Anzahl der Barrieren in den Flüssen deutlich verringern und wirksame Auf- und Abstiegsanlagen errichten", sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

"Der Lachs gehört bei uns zu den wohl bekanntesten Fischarten. Leider ist weit weniger bekannt, dass menschliche Aktivitäten die Lebensräume dieser Art zerstört haben. Es ist in den letzten Jahren gelungen, die Wasserqualität deutlich zu verbessern. Die Struktur der Gewässer: mangelnde Durchgängigkeit wie auch das Fehlen von Laichhabitaten in den Oberläufen erschweren die Wiederansiedlung dieser attraktiven Fischart. Die gemeinsamen Anstrengungen durch die Landesverbände des DAFV und einige Fischereifachbehörden zur Wiederansiedlung zeigen erste Erfolge und müssen fortgesetzt werden. Dies wollen wir mit der Auszeichnung zum Fisch des Jahres unterstützen", so die DAFV-Präsidentin Dr. Christel Happach-Kasan.

Noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchschwammen Lachse regelmäßig Flüsse wie Rhein und Elbe. Die zunehmende Belastung mit Abwasser und der technische Ausbau der Gewässer zerstörten jedoch die Lebensräume und blockierten die Wanderwege dieser und anderer Fischarten. Die seit den 1990er Jahren laufenden Bemühungen zur Wiederansiedelung des Lachses erhielten mit dem Inkrafttreten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 entscheidende Unterstützung. Fließgewässer werden seither schrittweise wieder durchwanderbar gemacht und flusstypische Lebensräume wiederhergestellt.  Bis in das schweizerische Rheingebiet wurden in den letzten Jahren wieder vereinzelte Lachse beobachtet. Auch in den kommenden Jahren ist vorgesehen den Fischauf- und -abstieg durch Wanderhilfen zu verbessern und Gewässer zu renaturieren. Dies ist dringend erforderlich, um für Lachse und andere Fischarten wieder geeignetere Lebensräume zu schaffen, und entscheidende Grundlage für die Entwicklung natürlicher Lachsbestände.

Hintergrund

Lachse gehören, wie auch die Forellen, zur Familie der Salmoniden (Lachsfische). Sie sind sogenannte anadrome Fische, die ihr Leben im Süßwasser beginnen, als Jungfische dann ihren Weg in die Meere suchen, um als geschlechtsreife und ausgewachsene Tiere wieder an ihren Geburtsort im Süßwasser zurückzukehren, um dort zu laichen. Auf ihren Wanderungen sind Lachse in der Lage, bis zu 2 m hohe Hindernisse zu überspringen. Atlantische Lachse werden 60 bis 100 cm lang und 3 bis 15 kg schwer, wobei einzelne Exemplare auch größer und schwerer werden können. Der Lachs hat einen spindelförmigen Körper und gut entwickelte Zähne. Im Meer ist er silbrig, kurz vor der eigentlichen Laichzeit legen die Männchen dann eine Laichfärbung mit goldenen, roten und moosgrünen Farbtönen an. Der Unterkiefer des männlichen Fisches bildet sich dann zum charakteristischen "Laichhaken" um. An den Laichplätzen angekommen, schlagen die Weibchen mit mächtigen Schwanzschlägen schüsselförmige Laichgruben mit einem Durchmesser von 1 bis 2 m in den Grund, in die sie ihre Eier ablegen. Die Eier werden während der Besamung mit Kies und Sand bedeckt und dadurch geschützt. Einige Lachse sterben nach dem Laichvorgang und nur wenige wandern als sogenannte Kelts wieder ins Meer ab.

Der Lachs hat hohe Umweltansprüche an seine Laichgebiete und benötigt naturnahe, bevorzugt kiesige bis steinige Gewässerbereiche mit geringen Feinsedimentanteilen und kühlem, sauerstoffreichem Wasser. Freie Wanderwege zu diesen Arealen sind überlebensnotwendig für den Fortbestand von Lachspopulationen. Der Lachs steht als vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste gefährdeter Tiere  Deutschlands. Das ursprüngliche Gebiet seiner Laichflüsse in Europa reichte südlich von Portugal und Nordspanien bis nördlich nach Island, von Westen nach Osten über Frankreich, Großbritannien, Deutschland, ganz Skandinavien bis nach Russland.

Quelle: www.bfn.de, Foto: Michel Roggo