Aktuelles 2010

17.10.2010 - Tag der Gewässerpflege . Die Zarnow von über einer Tonne Schrott und Müll befreit!

Am 17.10.2010 veranstaltete der Landesanglerverband MV einen Tag der Gewässerpflege unter der Schirmherrschaft des Landwirtschaftsministers Herrn Dr.Till Backhaus. Für unseren Verein, Salmoniden- und Gewässerschutz MV - der Name ist Programm - war es eine Selbstverständlichkeit, sich auch an dieser Aktion zu beteiligen. Aber wo? Da wir keine eigenen Gewässer gepachtet haben, begutachteten wir verschiedene Fließe und haben uns letztendlich, nach Absprache mit dem StALU Rostock, für die Zarnow entschieden.

Die Zarnow ist ein ostseitiger Nebenfluss der Warnow südlich von Rostock. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, um das Gewässer gemäß den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie in einen ökologisch guten Zustand zu versetzen. So wurde abschnittsweise die Gewässerstruktur verbessert und die ökologische Durchgängigkeit bis in den Oberlauf hergestellt.

Mitten durch den beschaulichen Ort Reetz fließt die Zarnow und bietet, eingebettet von Wiesen und Wäldern, ein idyllisches Bild. Allerdings trübt dieses Bild jede Menge Unrat und Müll.

Bei herrlichstem Sonnenschein und bester Laune trafen sich samstagfrüh vor dem Gutshaus in Reetz 16 Vereinsmitglieder (weiteste Anreise aus Ratzeburg!). Nachdem wir mehrere Gruppen auf die einzelnen Abschnitte aufgeteilt hatten, durchforsteten wir die Zarnow mit Harken, Seilen und Müllsäcken. Und was dieser kleine Fluss "zu bieten" hatte war unglaublich: Von historischen Wagenrädern über Autoreifen und Europaletten bis hin zu großen Folienresten und Jalousien war so ziemlich alles zu finden. Übrigens, den „typischen“ Anglerabfall suchten wir vergebens.

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Nach 3 Stunden intensiver Bergung hatten wir den Bach von über einer Tonne Schrott und Müll beseitigt. Den Abtransport des Mülls hat dankenswerter Weise die Gemeinde organsiert und übernommen.

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Glücklich und ein wenig geschafft, saßen wir uns anschließend in gemütlicher Runde bei Bratwurst und kühlen Getränken und waren uns alle einig: Nächsten Jahr sind wir wieder dabei!

05.05.2010 - Verurteilung eines Fischwilderers

Im Herbst des vergangenen Jahres wurde durch ehrenamtliche Fischereiaufseher an der Beke ein in der Nähe wohnender Fischwilderer gestellt. Zwei Täter konnten flüchten... In dieser Woche nun kam es am Amtsgericht Güstrow zur Gerichtsverhandlung. Die Strafe für den Wilderer beträgt 2.000,00 € (40 Tagessätze a 50,00€). Die Richterin begründete die Strafe u.a. damit, dass durch diese Tat ein nicht unerheblicher Eingriff in das Gleichgewicht der Natur vorgenommen wurde. Die Zahlen des LALLF (Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittel und Fischerei) MV für das Jahr 2009 besagen das es ca. 2050 Verstöße gegen das Fischereigesetz gegeben hat. Die Tendenz gegenüber den Vorjahren ist steigend (ca. 5%).

20.03.2010 – Jahrestagung und Mitgliederversammlung

Unsere Jahrestagung wurde am 20.03.2010, nun schon traditionell, in den Barlach-Stuben Güstrow durchgeführt. Vorweggenommen war die Bewirtung wie immer sehr gut. Vielen Dank an Thomas Hein für die sehr gute Organisation.

Die Begrüßung und einleitende Worte übernahm unserer Vorsitzender Torsten Ode. Im Anschluss gab Herr Dr. Volker Thiele vom Institut biota in Bützow an den Beispielen des Klosterbaches und der Nebel einen Überblick über die Möglichkeiten der ökologischen Sanierung von Fließgewässern in Mecklenburg-Vorpommern und stellte erste Ergebnisse der Effizienzkontrollen vor. Nach einer ausführlichen Diskussion stellte Herr Harry Hantke vom Verein Fisch und Umwelt e.V., Rostock in einem sehr umfangreichen Vortrag das Projekt zur Wanderaktivität der Meerforelle im Hellbach und an der Küste unseres Landes vor. Aus Krankheitsgründen des Referenten mußte der Vortrag über Komorane an den Salmonidengewässern in Brandeburg entfallen. Kurzfristig bereitete Torsten Ode einen Vortrag mit folgenden Themen vor: Auswertung der Salmonidenfangstatistik des Landesanglerverbandes und Planungen an den Salmonidengewässern MV in den Jahren 2009 und 2010.

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Nach unserer Mittagspause wurde durch den Versammlungsleiter Mario Voigt die Mitgliederversammlung eröffnet. Tagesordnung vom 20.03.2010: 1. Rechenschaftsbericht 2009; 2. Geschäfts und Kassenbericht 2009; 3. Bericht der Revisionskommission; 4. Entlastung des Vorstandes; 5. Haushalts- und Arbeitsplan; 6. Sonstiges und Anträge. Die Ergebnisse der Tagesordnung sowie das Protokoll wurden unseren Mitgliedern in elektronischer Form zur Verfügung gestellt. Die Vorträge und Präsentationen können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

25.02.2010 – 4. Wanderfischsymposium des Mitteldeutschen Wanderfisch e.V.

Am 25. Februar fand das vierte Mulde-Wanderfisch-Symposium in Grimma statt. Die Organisatoren des Mitteldeutschen Wanderfisch e.V. (www.mdwf.de) luden deutschlandweit Fachleute aus Behörden, Gutachter und Sachverständige in den Grimmaer Rathaussaal ein. Rund 50 Teilnehmer folgten der Einladung, um die Wanderfische einen Tag lang in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu stellen.

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Herr Olaf Kind aus dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft berichtete über die Umsetzung der WRRL ins Sachsen. Dem Vortrag folgte eine angeregte Diskussion zum Thema Wasserkraftnutzung an Fließgewässern in Sachsen. Im Anschluss gab Frau Grit Hagemann von der Landesdirektion Leipzig allgemeine Auskunft über die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie an Fließgewässer im Einzugsgebiet der Vereinigten Mulde. Herr Volker George vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie konkretisierte das Gesagte für die Fische und stellte Ergebnisse aus unterschiedlichen Gewässern vor. Herr Dr. Stefan Sieg vom Sächsischen Fischereiverband gab Anregungen zur Gestaltung von naturnahen Fischaufstiegsanlagen in der Barbenregion unter Berücksichtigung der wassersportlichen Nutzung der Gewässer am Fallbeispiel Mulde.

Von den Gewässern Sachsens ging es in das Norddeutsche Tiefland. Lebendige Flüsse und Bäche sind das Anliegen von Herrn Dr. Ludwig Tent aus Tostedt. Sein Vortrag befasste sich mit dem Thema „Was macht die Forelle im Norddeutschen Tiefland? Anschließend berichtete Herr Ralf Gerken von der AG der Angelvereine Lauenbrück, Fintel & Westervesede über die Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle im oberen Wümmegebiet. Der Lachs war auch Thema des nächsten Vortrages. Herr Oliver Naumann vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie informierte über aktuelle Zahlen der Lachsrückkehrer in Sachsen. Im Abschlussreferat ging es um die Verbreitung, Gefährdung und den Schutz der Salmoniden in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Vorträge und die zahlreichen interessanten Gespräche am Rande zeigten eines mehr als deutlich: Deutschlandweit belasten Gewässerausbau, Gewässerverbauungen und Einleitungen unterschiedlichster Art auch heute noch die Gewässersysteme und ihre Bewohner. Das öffentliche Bewusstsein für aquatische Ökosysteme muss künftig weiter entwickelt werden, damit unsere Gewässer dauerhaft in einen naturnahen Zustand gebracht und erhalten werden können. Veranstaltungen wie das Wanderfisch-Symposium sind ein geeignetes Medium dieses Ziel umzusetzen und den fachlichen Austausch zwischen Behörden, Gewässernutzern und Gewässerschützern zu fördern. Nähere Informationen zum Symposium gibt es demnächst auf der Internetpräsenz des Mitteldeutschen Wanderfisch e.V. (www.mdwf.de). Die Tradition des Wanderfisch-Symposiums wird auch im Jahr 2011 fortgeführt.

18.02.2010 – FÖJ-Seminare zum Thema "Warnow"

Am 09. und 16. Februar 2010 fanden auf dem Gutshof Vorbeck zwei Seminare zum Thema „Warnow“ statt. Teilnehmer waren 50 Jugendliche, welche in verschiedenen Einrichtungen des Landes ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren. Organisiert wurden die Veranstaltungen von Frau Rosi Tesch vom Internationalen Bund (Einrichtung Schwerin).

Herr Michael Lübke (Staatliches Amt für Umwelt und Natur Schwerin) eröffnete die kleine Vortragsreihe und informierte die FÖJler über die Verwaltungsstruktur seines Amtes sowie die Ziele und den Ablauf der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. An konkreten Beispielen und mit zahlreichen Fotos anschaulich unterlegt, erklärte Hr. Lübke die verschiedenen Möglichkeiten der Umgestaltung von Wanderhindernissen für Fische und Wasserwirbellose im Einzugsgebiet der Warnow.

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Im Anschluss ging Torsten Ode (Natura et Cultura, Rostock) auf die spezifischen Ansprüche der Fische, insbesondere der Salmoniden, an die Gewässerstruktur und Gewässerqualität ein. Am Beispiel der Meerforelle wurden den Teilnehmern die großräumigen ökologischen Zusammenhänge eines Gewässersystems dargelegt und die sich daraus ergebenden Anforderungen im Hinblick auf die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie aufzeigt.

Nach den Fachvorträgen gab es rege Diskussionen, zahlreiche Fragen zu beantworten und einen kurzen Abstecher zur nahe gelegenen Fischaufstiegsanlage. Hier erklärten die Referenten noch einmal die wesentlichen Züge des „guten ökologischen Zustandes“ unserer Fließgewässer. Frau Tesch bedankte sich bei den Referenten und bot unserem Verein eine Zusammenarbeit an. Sie könnte sich z. B. vorstellen, dass uns einige FÖJler bei Pflanzaktionen an Gewässern hilfreich zur Seite stehen könnten. Im Hinblick auf die Förderung des Umweltbewusstseins der jüngeren Generationen nahmen wir das Angebot dankbar an.

25.01.2010 - Vortrag über Gewässer in Grönland beim „Ostseefischer“

Eine elftägige Wanderung durch das Paradiestal nebst einem Abstecher zum Inlandeis auf Grönland stand im Fokus eines Diavortrags von Torsten Ode und Mario Voigt am 22.01.2010. Über 20 Vereinsmitglieder und Interessierte folgten der Einladung in die Geschäftsräume des „Ostseefischers“.

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Mit zahlreichen Bildern wurde den Teilnehmern die Landschaft im und um das Paradiestal näher gebracht. Von besonderem Interesse waren für uns die Gewässer. Neben der Klarheit der nährstoffarmen Seen und Kleingewässer war die Natürlichkeit der Fließgewässer für uns außerordentlich eindrucksvoll. Der Robinson River gehört zu den gletscherbeeinflussten Gewässern und weist daher eine türkisblaue Färbung auf. Er überwindet im Unterlauf ein großes Gefälle und fließt überwiegend wild und teilweise schäumend über große Blöcke. Der glasklare Arnangarngup kua im Paradiestal hingegen fließt eher träge durch breite Täler mit steilen Wänden.

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Beide Flüsse beherbergen sowohl Stichlinge als auch arktische Saiblinge, teils in beachtlicher Größe. Neben den gesammelten Erfahrungen beim Fliegenfischen auf arktische Saiblinge wurde aber auch über die Strapazen der Wanderung, die Faszination einer unberührten Landschaft und unliebsame Begegnungen mit Moschusochsen berichtet.

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Lustige Anekdoten und kurze Filmbeiträge lockerten den Vortrag auf. Am Ende waren alle Teilnehmer von der Landschaft, den Flüssen und ihren Bewohnern begeistert. Es schloss sich eine lange Diskussion an und bei einigen Teilnehmern begann der Traum vom Paradies (-tal) zu keimen.