30.5.2026 EINFACH MACHEN - Mit Muskelkraft und Herzblut: Einsatz am Hellbach
Es sind oft nicht die großen Gesten, die einen Unterschied machen, sondern die vielen tatkräftigen Hände, die gemeinsam anpacken. Genau das war am Hellbach zu spüren, als nach den ersten erfolgreichen Projekten zur Förderung kieslaichender Arten nun die nächste Maßnahme umgesetzt wurde. Am 30.05.2026 kamen Mitglieder des KAV Rostock-Land und des Salmoniden- und Gewässerschutz MV e. V. zusammen, um nicht nur über Gewässerschutz zu sprechen, sondern ihn ganz praktisch umzusetzen – direkt vor Ort, mitten in der Natur und mit spürbarem Engagement.
Der Aktion vorausgegangen war eine enge und konstruktive Abstimmung mit den Mitarbeitenden des StALU MM. Gemeinsam wurden die erforderlichen Schritte festgelegt, damit die Maßnahme nicht nur engagiert, sondern auch fachlich fundiert umgesetzt werden konnte. Schon in der Vorbereitung wurde deutlich, dass der Einsatz mehr verlangte als gute Absichten. Acht Tonnen gewaschener, ungebrochener Kies der Körnung 16/32 mussten organisiert werden, zugleich wurde intensiv darüber nachgedacht, wie das Material überhaupt an die richtigen Stellen im Bach gelangen konnte.
Denn die Bedingungen vor Ort waren alles andere als bequem: schwierige Zugangsverhältnisse, Hanglage und die Frage, wie Zwischenlagerung und Transport praktisch gelöst werden können. Doch genau hier zeigte sich, wie viel möglich ist, wenn Erfahrung, Improvisationstalent und gemeinsamer Wille zusammenkommen. Mit vielen Schubkarren, kräftigen Armen und einem Förderband konnten in kurzer Zeit rund 2,5 Tonnen Kies über etwa acht Meter an und in das Gewässer transportiert werden, bevor das Material mit Schaufel und Harke sorgfältig von Hand verteilt wurde.
Mit der Einbringung des Kieses wurden die Bedingungen für geeignete Kies-Laichhabitate verbessert – ein wichtiger (kleiner) Schritt für die ökologische Entwicklung des Hellbachs und für die Arten, die auf solche naturnahen Strukturen angewiesen sind.

Doch der Tag bestand nicht nur aus Schaufeln, Kies und Organisation. Immer wieder ergaben sich Gespräche über Fischbestand, Meerforelle, Maifliege und die Anforderungen an einen naturnahen Bach. Dazu kamen die vielen kleinen Begegnungen am Rande der Arbeit – genau jene Momente, die aus einem Arbeitseinsatz mehr machen als nur eine gemeinsame Aufgabe.
Auch für die Verpflegung war gesorgt – und das trug spürbar zur guten Stimmung des Tages bei. Ein herzlicher Dank gilt Laura und Michael Pfister, den Inhabern des Veranstaltungshauses „Zum Raben“ in Kröpelin, sowie Andreas Priester von der Firma Getränkeland für ihre freundliche Unterstützung.
Als der Einsatz zu Ende ging, blieb nicht nur das gute Gefühl, etwas Sichtbares und Sinnvolles geschaffen zu haben. Auch die Einigkeit war groß: Wenn es an diesem Abschnitt weitergeht, sind viele gern wieder mit dabei. Und das Erstaunliche war: Schon nach 4 Tagen hat sich dort eine große Sandzunge gebildet.

9.3.2026 LAV-Jugendtag in Boizenburg
Am 9. Mai fand der diesjährige LAV-Jugendtag in Boizenburg statt, an dem sich unser Verein durch personelle Unterstützung beteiligte. Wie gewohnt, war fast das gesamte Spektrum des Angelns, des Naturschutzes sowie Wasserschutz und Fischereiaufsicht vertreten. Zusammen mit 5 weiteren Anglern/*innen galt unsere Unterstützung natürlich der Rubrik Fliegenfischen.
Schon vor dem offiziellen Beginn kamen die ersten Interessenten. Zeitweise konnte man sogar von “Andrang” sprechen, was wir aber durchaus positiv sahen. So kam es, dass wir sogar die offizielle Eröffnungsrede und auch die Rede des Landwirtschaftsministers verpassten. Die Begeisterung und die Wissbegier der Kinder waren uns in diesem Moment aber wichtiger. Bei uns konnte man lebende Wasserinsekten durchs Mikroskop betrachten, Fliegen binden, sich natürlich auch im Fliegenwerfen ausprobieren und jede Menge Fragen stellen. Auch bei den Eltern war das Interesse groß und es wurde das Wissen aufgefrischt.
Der LAV hatte natürlich auch für das leibliche Wohl Vorsorge getroffen. Um 16:00 Uhr wurde die gelungene Veranstaltung offiziell beendet. Allerdings wollten die Kinder keinen Schluss finden und immer noch eine und noch eine Fliege binden...


28.3.2026 Arbeitseinsätze in Jürgenshof und an der Nebel bei Kuchelmiß
Bereits im Januar fand die Aktion „Stöckchen und Hölzchen“ statt. Dabei schnitten der LAV und unser Verein Stangenholz, das für die Gestaltung und Renaturierung unserer Bäche verwendet werden soll. In Zusammenarbeit mit dem Forstamt der Rostocker Heide wurden geeignete Bäume gefällt, von uns auf 2 bis 2,5 Meter zugeschnitten und anschließend abtransportiert. Trotz der winterlichen Kälte kamen wir dabei gut ins Schwitzen.
Am 17. März folgte eine weitere Aktion an der Nebel bei Kuchelmiß. Dort wird derzeit die Straßenbrücke erneuert. Unsere gemeinsame Aufgabe - zusammen mit dem LAV und dem Straßenbauamt Stralsund - bestand darin, Fische, Querder (Larven der Neunaugen) sowie Bachmuscheln in Sicherheit zu bringen. Mithilfe elektrischer Abfischung konnten wir rund 30 Forellen, Elritzen und Bachschmerlen fangen und umsetzen. Bei den Querdern und Muscheln hatten wir hingegen keinen Erfolg. Wir vermuten, dass dies am relativ groben Kiesgrund und dem längeren Winter lag.
Trotzdem bot die Aktion einen interessanten fachlichen Austausch - und das gute Gefühl, etwas für die Natur getan zu haben, gab es gratis dazu.


10.10.2025 In 60 Tagen bis ans Ziel
Anfang November fand ein erfolgreicher Arbeitseinsatz statt, bei dem wir gleichzeitig ein großartiges Projekt realisieren konnten. In Schleswig-Holstein arbeitet Dr. Ludwig Tent seit Jahren sehr erfolgreich mit seiner Methodik zur Instream-Restaurierung von Bächen und kleinen Flüssen. Inspiriert von seinem Ansatz haben wir ein abgewandeltes Vorhaben an der Nebel umgesetzt.
Bereits Anfang August wurde das Projekt durch Mitglieder unseres Vereins sowie Präsidiumsmitglieder des LAV dem Landwirtschaftsminister vorgestellt und erläutert. In der Folge wurden Vorschläge und Stellungnahmen erarbeitet und die erforderlichen Anträge an das StALU MM und die Stadt Güstrow gestellt. Schon Mitte September erhielten wir die Genehmigungen – mit nur wenigen Auflagen.
Am 10.10.2025 versammelten sich elf Vereinsmitglieder in Güstrow, um 14 Tonnen gewaschenen Kies den Hang hinabzuschaufeln und im Bachbett zu verteilen. Da das Material mehrfach bewegt werden musste, war der Einsatz körperlich durchaus anspruchsvoll. Insgesamt wurden etwa 30-40 m² zusätzliches Laichhabitat geschaffen - und das bei Kosten von nur rund 500 €, die vollständig aus Vereinsmitteln finanziert wurden.
Von der Projektidee bis zur Umsetzung vergingen gerade einmal acht Wochen - auch das ist in Deutschland möglich! Natürlich werden wir die Maßnahme weiterhin vor Ort beobachten und unsere Erfahrungen dokumentieren, um sie in zukünftige Projekte einfließen zu lassen. Am Ende des Einsatzes konnten wir bereits Kleinfische und einen Krebs (leider einen amerikanischen) auf dem neuen Kiesbett beobachten. Die Initiatoren aus unserem Verein und dem LAV sowie alle die mit angepackt haben, können mit Recht stolz darauf sein, was in so kurzer Zeit erreicht wurde.


26.04.2025 Mitgliederversammlung
Unsere diesjährige Mitgliederversammlung folgte dem bekannten und bewährten Muster. Um 9 Uhr waren die meisten Vereinsmitglieder und Gäste im Saal des Technologiezentrum Warnemünde versammelt. Erfreulich war, dass wir viele Gäste aus den Behörden hatten. Offensichtlich findet unsere Arbeit zunehmendes Interesse und Gehör. Wir begannen mit folgenden Fachvorträgen:
- Instream-Restaurieren von Bächen und kleinen Flüssen - Herausforderung im Klimawandel
- Der Zustand des Ökosystems Ostsee: Stress-Faktoren, die die biologische Vielfalt beeinflussen
- Auswertung der Fangstatistik der Salmonidengewässer in M-V 2015 bis 2022
Den Vorstand freute es besonders, dass es wieder gelang, neue und interessante Sichtweisen und Ideen unter die Anwesenden zu bringen. In der folgenden Mittagspause wurde das weiter angeregt diskutiert, natürlich mit einer ordentlichen Stärkung.

Gegen 12:30 Uhr begann die interne Vereinsversammlung mit Rechenschaftsbericht, Revisionsbericht und Finanzplan. Die wichtigen Abstimmungen über die Entlastung des Vorstandes, die Satzungsänderung und die Änderung der Gebührenordnung waren einstimmig. Es wurde über die neue Kartierung mit der App “Mergin Maps” und dem System “Qgis” berichtet und die Vorteile bei der Auswertung und Zusammenführung der Daten erläutert. Weiterhin sprachen wir über verschiedene Projekte und Vorhaben, die dem Vorstand und den engagierten Mitgliedern am Herzen liegen. Gegen 15 Uhr wurde die Versammlung erfolgreich beendet.
12.01.2025 Aal ist Fisch des Jahres 2025
Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist ein faszinierender Bewohner unserer Küsten- und Binnengewässer. Interessant ist der Aal wegen seines komplexen Lebenszyklus, der ihn aber auch besonders empfindlich gegenüber Störungen macht. Der Europäische Aal machte einst etwa die Hälfte der Fischbiomasse in den europäischen Binnengewässern aus. Die Kanäle der norddeutschen Marschen waren damals so reich an Jungaalen, dass die Bauern sie als Dünger auf die Felder schaufelten oder sogar an ihre Hühner verfütterten. Neben anderen, werden als Ursachen für den starken Bestandsrückgang Lebensraumverlust, Wanderhindernisse und die Folgen des Klimawandels vermutet. Zahlreiche Querbauwerke erschweren heute die Zu- und Abwanderung der Aale in ihre angestammten Lebensräume in den deutschen Gewässern.
Vollständiger Artikel: https://www.lav-mv.de/der-europaeische-aal-ist-fisch-des-jahres-2025/

Bild: DAFV Eric Otten