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Wir unterstützen den Sternberger Naturpark: Meerforelle zum Be-Greifen 

Der Sternberger Naturpark hat nach 15 Jahren Betrieb seine Ausstellung in Warin erneuert. Dabei wurde neuen mediale Möglichkeiten genutzt und alles barrierefrei zugänglich gemacht. Die Exponate sind jetzt anfassbar und mit Braille-Beschriftung versehen. Seit Jahren arbeitet unser Verein mit den Kollegen des Naturparks im Bereich Laichkartierung intensiv zusammen, und wir durften auch die Räumlichkeiten des Parks schon für Versammlungen nutzen. Während der Planung des Umbaus kam die Idee auf, eine Meerforelle in die Ausstellung zu integrieren. Natürlich waren wir gern zur Stelle, denn Wissen schafft Verständnis. Wir stifteten eine tatsächlich anfassbare, originalgetreue Nachbildung einer Meerforelle aus den Mitteln unserer Meerforellenaktie. Sie ergänzt die neue Ausstellung, die zu Beginn des Jahres eröffnet wurde von Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, der die Angler des Landes in vielerlei Hinsicht unterstützt.

Das Exponat aus Kunststoff ist ca. 80 Zentimeter lang und wurde aus über 20 Farb- und Lackschichten gestaltet. Diese aufwändige Technik und authentische Glasaugen machen sie einem echten Tier zum Verwechseln ähnlich. Außerdem ist diese Nachbildung nahezu unverwüstlich, anders als hochempfindliche Echtpräparate. Besucher können die wunderschöne Meerforelle dauerhaft anfassen, ohne dass Abnutzungserscheinungen drohen. Kostenpunkt der Nachbildung: 750 Euro. Wir finden: bestens angelegtes Geld. So wächst das Verständnis für die Tiere unter der Wasseroberfläche, wo bei vielen Kindern und Erwachsenen das Wissen und die Neugierde häufig aufhören.

Das Exponat ist in den Wariner Ausstellungsräumen auch deshalb gut aufgehoben, weil einige Fließgewässer im Sternberger Naturpark wichtige Laichgewässer der Meerforelle sind. Insgesamt unterliegen mittlerweile 40 Prozent der Fläche M-V´s einem Schutzstatus wie z.B. Landschaftsschutzgebiet (LSG), Naturschutzgebiet (NSG), Biossphärenreservat oder ähnlichem. 

 

FISCH DES JAHRES 2020

Die Nase (Chondrostoma nasus) ist Fisch des Jahres 2020. Anders als Forelle, Stichling oder Aal ist die Fischart Nase in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Mit der Wahl dieser in Deutschland regional stark gefährdeten und lokal bereits verschwundenen Fischart machen der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) auf eine bedrohte Fischart aufmerksam, die für Flüsse mit kiesigem bis felsigem Untergrund in der sogenannten Äschen- und Barbenregion typisch ist.

Die Nase hat ihren Namen von dem nasenähnlich geformten Aufsatz auf ihrer Oberlippe, eine Anpassung an ihre Lebensweise. Sie ist ein Friedfisch, ernährt sich von Algen, die sie von Steinen und Kiesbetten abweidet. So wie Schnecken die Glasscheiben im Aquarium putzen, so hält die Nase glatte Oberflächen im Gewässer algenfrei. Sie war noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Fisch, der in schnell fließenden Gewässern sehr häufig vorkam, und auch „Brotfisch“ der Berufsfischer an der Donau genannt wurde. Heute sind Schwärme von hundert Fischen bereits eine Seltenheit. Weil die Laichhabitate entweder nicht mehr funktionsfähig sind oder aufgrund von Querbauwerken nicht mehr erreicht werden können, kann in geeigneten Gewässern der Besatz mit gezüchteten Jungtieren sinnvoll sein. Auch auf Verschmutzungen der Gewässer durch Schadstoffe sowie übermäßige Feinsedimenteinträge reagieren Nasen empfindlich.

„Nasen gehören wie auch die Barben zu den Karpfenfischen. Beim Abweiden der Algen von Steinen und Kies lagern sie den Gewässergrund um und verhindern damit die Bildung von Faulschlamm. Kiesbetten dienen vielen Fischarten, den Nasen und Barben aber auch den Salmoniden wie dem Lachs als Laichbetten. Nasen haben somit eine wichtige Funktion in unseren Fließgewässern. Ohne geeignete Laichhabitate können Fische nicht ablaichen und sich nicht vermehren. Für die Vermehrung der vielen Kieslaicher unter den Fischen ist ein guter Bestand an Nasen eine wichtige Voraussetzung,“

Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes

„Um den Schutz der Nase zu verbessern, müssen Wanderhindernisse in den Flüssen abgebaut oder passierbar gemacht werden und naturnahe Ufer, Kies- und Schotterbänke wiederhergestellt werden. Dies fordert auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie für unsere Flüsse. Nur wenn die ganze Vielfalt von Strukturen und Lebensräumen vorhanden und erreichbar ist, können sich die Fischbestände – nicht nur die der Nase – langfristig wieder erholen. Die Nase steht daher stellvertretend für die gesamte Fischartengemeinschaft“

Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz

Zahlreiche Studien belegen, dass die Verbauung von Gewässern die wichtigste Ursache für den Rückgang der Nasenpopulationen ist. Die Schwärme erreichen keine geeigneten Laichplätze, sodass sie sich nicht mehr fortpflanzen und die Populationen überaltern. Angesichts der regional starken Bedrohung ist es dringend erforderlich, die Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie weiter zügig in Maßnahmen umzusetzen und die Gewässer wieder durchgängig zu machen und natürlicher zu gestalten.

Dass dies Erfolg haben kann und Nasenpopulationen sich erholen, zeigen die wenigen Beispiele, in denen ein Rückbau von Wehren stattgefunden und sich dadurch die Bestände wieder deutlich erholt haben. Die Nase kann daher als ein guter Indikator für den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen angesehen werden.

Weitere Information dazu unter: https://www.dafv.de/referate/aktuelles/item/343-die-nase-ist-der-fisch-des-jahres-2020.html

Quelle: www.dafv.de