Arbeitseinsatz für neue Schilder 

 

Die naturbelassene Fließstrecke der Warnow zwischen Karnin und Zaschendorf ist ein Juwel unter den Salmonidengewässern Mecklenburg-Vorpommerns. Betreut wird sie durch unseren Verein Salmoniden- und Gewässerschutz MV e.V. In den letzten zwei Jahren konnten wir einige notwendige Arbeiten nicht erledigen, weil die Corona-Verordnung Einsätze im Team nicht zuließ.  

 

Am 26.03.2022 durften wir uns endlich wieder treffen, um einen großen Teil der Strecke begehen. Dabei wurde die Beschilderung überprüft und teilweise erneuert. Die (übrigens nur sehr schwer zugänglich) Salmonidenstrecke ist jetzt für jeden Angler als solche wieder deutlich erkennbar, ebenso unser Verein als der betreuende Verein. Hier darf ohne spezielle Salmonidenerlaubnis nicht geangelt werden! 

 

Bei dieser Gelegenheit haben wir auch zwei neutrale LAV-Pacht-Schilder neben der Warnowbrücke bei Zaschendorf angebracht, wo Kanuten ihre Boote einsetzen oft Angler parken. Ihnen sollte nun ganz klar sein, wo sie eine Angelerlaubnis erhalten können und wer der Inhaber der Fischereirechte ist. 

 

Hoffentlich weiß (und beherzigt) auch jeder Angler, was die roten Verbotsschilder bedeuten, welche die etwa einhundert Meter lange Sohlgleite westlich der Brücke schützen. Dort haben wir neue Schilder angebracht, um die Bereiche für gemischtes Angeln abzugrenzen. Auch die Flugangelstrecke, die hinter der Fischtreppe in Karnin beginnt, wurde mit F-Schildern wieder als solche kenntlich gemacht. Die nahe gelegene Warnow zwischen Gädebehn und dem Anfang der Salmonidenstrecke in Crivitz wird übrigens noch im Nachgang beschildert. 

 

Und auch der östlich von Greifswald gelegene Hanshagener Bach war Ziel des Arbeitseinsatzes unseres Vereins. Er wurde durch den LAV neu angepachtet und ist nun erstmals beschildert worden. Beangelbar ist dieser Bach ab Hanshagen bis zur Mündung in die Ziese. Alle Schilder wurden mit GPS eingemessen und erscheinen bald im Gewässerverzeichnis des LAV, also hier: https://www.lav-mv.de/gewaesservz  

 

Gemeinsam haben wir den Arbeitseinsatz mit spontanen Grillaktionen beendet. Bei leckerem Essen konnten wir uns endlich mal wieder austauschen, wo in den letzten zwei Jahren mit Erfolg geangelt wurde. 

 

 

 

Hering ist nach 2021 auch Fisch des Jahres 2022 

Der Hering ist eine weit verbreitete und bekannte Fischart. Die Menschen lieben den silbrigen Schwarmfisch, und Fischer fangen jährlich bis zu hunderttauend Tonnen davon. Wie lange wird der Heringsbestand das noch aushalten? Um auf die Gefährdung des Herings und insgesamt der biologischen Vielfalt im Meer aufmerksam zu machen, wurde er vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) zum Fisch des Jahres 2021 und 2022 gewählt.

„Der Atlantische Hering spielt in den Ökosystemen unserer Meere, ob in Nord- und Ostsee oder im Nordatlantik, eine entscheidende Rolle: Er stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen verschiedenen Ebenen des Nahrungsnetzes dar und dient zum Beispiel als Nahrungsgrundlage für Dorsche, Robben und Schweinswale“, erklärte BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel. 

Wer sich selbst ein wissenschaftlich fundiertes Bild davon machen will, wie bedroht die Heringsbestände sind, kann sich auf dieser Seite des Thünen-Instituts informieren:

https://www.fischbestaende-online.de/fischarten/hering

Foto: DAFV, Eric Otten

 

28.01.2022 Straßenbrückenbaumaßnahme Weitendorf inmitten eines Laichgebiets 

Wir möchten aus gegebenem Anlass und einem aktuellen Beispiel zeigen wie sich eine Zusammenarbeit zwischen Straßenbauamt Schwerin, LAV und unserem Verein gestaltet. Am 19.02.2020 beteiligte uns das Straßenbauamt Schwerin an  der Vorbereitung eines Brückenneubaus. Direkt in Weitendorf sollte eine völlig neue Warnowbrücke entstehen. Mit wirklich allem was dazugehört, so sollte beispielsweise südlich eine Behelfsbrücke für die über einjährige Bauzeit errichtet werden. Sofort schrillten alle Alarmglocken, denn wer diesen Bereich kennt weiß, dass an dieser Stelle ein großer Gefällesprung existiert. Auf circa 200 Metern rauscht das Wasser hier abwärts. Nur hier existiert ein außerordentlich wichtiges Laichgebiet für Meerforellen und andere seltene Fischarten. Wir verschafften uns durch Vereinsmitglieder einen aktuellen Überblick. Der LAV und der Verein Salmoniden und Gewässerschutz MV e.V. sendeten eine gemeinsame Stellungnahme zum Straßenbauamt Schwerin. Wenige Tage später klingelt das Telefon in der Geschäftsstelle des LAV, um einen gemeinsamen Termin, mit dem LAV und unserem Verein zu vereinbaren. Beim Treffen mit dem Straßenbauamt wurde schnell klar, wie intensiv diese Baumaßnahme inmitten des sensiblen Laichhabitat wirken wird. Es wurden alle aktuell bekannten Schutzmaßnahmen besprochen und vereinbart. Anlässlich der Bauanlaufberatung sind diese Maßnahmen nochmal beraten worden. Wir wurden während der Baustellenbesuche Zeugen, dass beim Abriss der alten und dem Neubau der neuen Straßenbrücke alle Zusagen eingehalten wurden. 

Gewaltige Laichgruben 

Am 17.12.2021 fand nun die Bauabnahme der neuen Straßenbrücke in Weitendorf statt. Sie strahlte regelrecht, denn neben neuen sicherheitstechnischen Ausstattungen, können jetzt beispielsweise Fußgänger, Radfahrer und natürlich Autofahrer diese Brücke gleichzeitig nutzen. Auch im Wasser konnten wir gemeinsam fast überall Gutes feststellen, denn laichende Meerforellen konnten wir inmitten ihrer gewaltigen Laichgruben beobachten. Einige Gruben maßen 3 Meter im Durchmesser waren fast 1 Meter tief. Insgesamt 8 dieser imposanten Laichgruben konnten an jenem Tag kartiert werden. 

Straßenbauamt hilft Meerforellen

Am östlichen Warnowzufluss war jedoch, im Gegensatz zu den anderen Jahren, keine einzige Grube auszumachen. Denn beim Abriss der Behelfsbrücke ist höchstwahrscheinlich das so bedeutsame Kiessubstrat entfernt worden. Da auch genau in diesem Bereich seit Jahren das Laichgeschäft der Meerforellen von unseren Vereinsmitgliedern kartiert wird, wurde uns schnelle Hilfe vom Straßenbauamt Schwerin zugesagt. Nach kurzer Absprache wurde vereinbart, dass am 25. Januar mehrere Tonnen geeigneten Kiessubstrates wieder in diesem Zufluss eingebaut werden. Wir können resümieren, dass auch diese Maßnahme dazu beigetragen hat unsere Gewässer durch Angler zu schützen, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Herzlichen Dank an alle Beteiligten beim Schutz bzw. der Wiederherstellung der wenigen wertvollen Kieslaichhabitate.