04.11.2021 Beginn des Projektes vor Ort

Heute war es so weit. Trotz der geltenden Corona-Beschränkungen konnte das Projekt BiFaBS im kleinen Kreis eröffnet werden. Dazu trafen sich um 10:00 Uhr die sechs beteiligten Studenten der Hochschule Neubrandenburg in Begleitung ihres Dozenten Prof. Sommer, sowie je einen Vertreter des LAV-MV und unseres Vereines zur offiziellen Projekteröffnung im Gelände an der Linde.

Die Studenten hatten sich im Vorfeld bereits detailliert mit der Fragestellung auseinandergesetzt. So lag unter anderem bereits ein Entwurf zur möglichen Dammkategorisierung hinsichtlich der Durchgängigkeit für wandernde Meerforellen vor, welche für das gesamte Projekt einen hohen Stellenwert besitzt. Erstellt worden war dieser Entwurf im Nachgang einer ausführlichen ProjektVorbesprechung der Hochschulangehörigen eine Woche zuvor, und bereits unter Beachtung wichtiger Parameter wie Gewässertiefen vor und hinter dem Damm oder Breite und Tiefe von Löchern in der Dammkrone. Maßstab waren hier sowohl die Meerforelle als Hauptzielart, sowie verschiedene Bemessungsfische deren Ansprüche an die Überwindbarkeit von Querbauwerken in Gewässern gut erforscht sind. Dieser Erstentwurf wurde nun gemeinsam diskutiert. Da es genau an diesem Tag und pünktlich zu Veranstaltungsbeginn unaufhaltsam stark regnete, war es uns zudem möglich, direkt an einem Biberdamm die dynamische Entwicklung am Wasserstand und auch die Auswirkungen des steigenden Wasserpegels zu beobachten, zu diskutieren und zu bewerten.

  
13.11.2021 Erstaufnahme aller Dämme und Besonderheiten

Am 13. November zog die Studentengruppe, ausgestattet u. A. mit Wathosen, GPS-Geräten, Nivelliergerät und Maßleisten los, um die knapp 10 km lange Strecke des Untersuchungsgebietes der Linde abzugehen, und dabei alle Biberdämme, Verklausungen und sonstige potenzielle Hindernisse für wandernde Fische genau aufzunehmen. Diese Daten wurden anschließend ausgewertet, und vier Dämme festgelegt, die ab nun einmal wöchentlich genau begutachtet und auf physikalisch-chemische Gewässerparameter hin untersucht werden.
 
 


19.11.2021 Vollständige Messreihe aller Dämme

Noch im Dunkeln starteten am Morgen des 19. November die Studenten ins Gelände, um die vier ausgewählten Dämme erstmals vollständig zu bemessen. Um in den kommenden Wochen möglichst genaue Daten zu generieren, wurde dabei jede der sechs Messstelle pro Damm, mit einem Holzpflock versehen, der an einem zuvor per GPSKoordinaten genau bestimmten Messpunkt gesetzt wurde. Ermittelt wurden jeweils die gewässerchemisch-physikalischen Werte pH-Wert, Sauerstoffsättigung, Wassertemperatur und Fließgeschwindigkeit des Wassers (s. Beispiel-Tabelle). Überdies wurden die Dämme erstmalig nach der neu erstellten und überarbeiteten Liste je einer Dammkategorie zugeordnet. Die Daten, die auf diese Weise nun gesammelt werden, sollen am Ende des Projektes ausgewertet werden um Aufschluss über die Auswirkung von pH-Wert, Sauerstoffsättigung oder auch Dammhöhen auf die Laichwanderungen und -aktivitäten der Meerforellen zu geben.

Beispiel für die Erfassung verschiedener Werte:
 


26.11.2021 Vollständige Messreihe alle Dämme und Kartierungen, Besichtigung von Einzelplätzen

Das Wetter war heute abermals eisig, aber immerhin halbwegs trocken. Neben der Erfassung der Daten für die Messreihen wurden heute auch die ersten Laichbetten der Salmoniden registriert. Hierzu führten wir eine gemeinsame Begehung und Schulung an der Linde durch. Mit Hilfe von Pol-Brillen ist es möglich, fast ohne Spiegelung der Wasseroberfläche bis auf die Gewässersohle zu sehen, und so Laichbetten ausfindig zu machen. Dabei geht es auch viel um Erfahrungswerte, welche Substrate geeignet sind, und welche Stellen gerne für Laichbetten genutzt werden. Die Studierenden berichteten von ihren bisherigen Erfahrungen und Erkenntnissen von der Geländearbeit. Mit vor Ort war auch ein Vertreter des StALU Neubrandenburg. Mit ihm wurde sich insbesondere darüber abgestimmt, unter welchen Bedingungen ein Biberdamm ggf. auch entfernt werden sollte, und welche Stellen aus Sicherheitsgründen von den Studierenden bei der Geländearbeit hinsichtlich Bauaktivitäten im Auge behalten werden sollten (so etwa der Bahndamm oder eine Brücke, an welchen Bauarbeiten durch Biber erhebliche Schäden anrichten könnten).

  
03.12.2021 - 23.12.2021 Fortführung der Messreihen und Kartierungen

Im Folgezeitraum wurden die wöchentlichen Erhebungen der chemisch-physikalischen Parameter des Wassers an den Messpunkten fortgesetzt. Hinzu kam alle vier Wochen eine erneute Komplettbegehung des Flussabschnittes mit Nivelliergerät, um eventuelle Veränderungen auch der anderen 12 Dämme und Verklausungen, sowie eine mögliche Neuoder Wiederaufnahme von Bauaktivitäten durch Biber an anderen Stellen rechtzeitig erfassen und bewerten zu können.

Außerdem kam in dieser Zeit auch eine erste detaillierte Laichbettenkartierung zu Stande. Mit GPS-Gerät, Spiegelreflexkamera und Pol-Brillen ging es für unsere Studenten dafür morgens per Zug nach Burg Stargard, um die Linde auch im Stadtgebiet auf Laichbetten zu untersuchen. In einem rund achtstündigen Marsch arbeitete sich die Gruppe dann stromabwärts durchs Unterholz bis zum Standort Papiermühle den Fluss entlang. Dabei wurde jedes Laichbett einzeln mit Koordinaten, Abmessungen und Fotodokumentation aufgenommen. Die im Winter früh einsetzende Dunkelheit und Kälte sowie Schneefall und Regen machten allerdings einen zweiten Termin wenige Tage später für die Reststrecke notwendig. Auch wenn es für die Gruppe sehr lange und anstrengende Tage im Gelände waren – wir durften uns bislang über die Nachricht von insgesamt rund 50 Laichbetten freuen!
 
 

  
04.01.2022 Treffen in Burg Stargard

Aufgabe heute war es, in Burg Stargard ein Laichbett gemeinsam genauer zu untersuchen, da unklar war, ob es einer Meerforelle oder einer Bachforelle zuzuordnen ist. Sollte es eine Meerforelle wirklich über alle Biberdämme geschafft haben? Leider konnten die Beteiligten die Zuordnung nicht genau treffen.Das Wetter spielte abermals nicht mit, der Wasserstand war stark erhöht und durch die Trübung des Wassers war eine genaue Bewertung unmöglich.



07.01.2022 - 14.01.2022 Die letzten Messreihen für die Saison 2021-2022

Am 07. und 14. Januar 2022 gingen die letzten Messungen für die Saison 2021-2022 über die Bühne. Abermals bei Regen, Schnee und teils eisigem Wind wurden die Messreihen vervollständigt und abgeschlossen, beim letzten Termin in Begleitung des Dozenten. Ausstehend ist nun noch eine letzte kontrollierende Laichbettenkartierung, sowie die Aufnahme aller Biber-Strukturen wie Dämme, Schnitzplätze und Burgen, welche ebenfalls in die Auswertung mit einbezogen werden sollen.

  
21.01.2022 Es beginnen die Auswertungen und Bewertungen